6.7 MIT FUSSBALL SPIELEND GESUND

Mit seinen bundesweit flächendeckenden, vielfältigen und kostengünstigen Fußballangeboten bringt der DFB Woche für Woche Millionen Menschen in Bewegung – jung und alt. Und leistet damit einen positiven Beitrag zur Gesundheitsförderung in Deutschland. Die Maßnahmen des DFB beginnen bereits bei den Jüngsten und gehen bis in den Ü-Fußball.


Die Förderung einer gesunden Lebensweise ist die Hauptaufgabe des DFB im Bereich Gesundheit. Dies erfolgt im Wesentlichen durch die Bewegungsangebote der Vereine und wird durch den DFB u. a. durch Ernährungstipps flankiert. Ein weiterer Schwerpunkt des DFB lag im Berichtszeitraum auf der Vermeidung von sowie dem Umgang mit Kopfverletzungen und Notfällen. Außerdem wurde die Arbeit in Bezug auf die Sensibilisierung für psychische Erkrankungen fortgesetzt.

KOOPERATION MIT DER BZGA

Enger und verlässlicher Partner des DFB bei der Umsetzung von Präventionsmaßnahmen ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Im Januar 2018 verlängerten der DFB und die BZgA ihre seit 25 Jahren bestehende Zusammenarbeit um weitere drei Jahre. Im Fokus der Partnerschaft stehen insbesondere die Sensibilisierung junger Fußballer*innen für einen gesunden Lebensstil sowie die Beratung und Bereitstellung neuer Angebote für Fußballvereine in Bezug auf die rund zwei Millionen Ü-Fußballer*innen in Deutschland. Darüber hinaus soll der Dialog mit den Regional- und Landesverbänden des DFB intensiviert werden.

Feste Bestandteile bleiben auch die Initiative zur frühen Suchtvorbeugung „Kinder stark machen“ und die Beteiligung des DFB am bundesweiten Aktionsbündnis „Alkoholfrei Sport genießen”. Bis zum Ende des ersten Schulhalbjahres 2017/2018 wurden Fußballvereinen und Schulen mittels der Präventionskampagnen 11.500 Unterstützerpakete zur Verfügung gestellt. Die BZgA beteiligt sich weiterhin am „DFB-DOPPELPASS 2020“, einem Projekt, das die Zusammenarbeit von Vereinen und Schulen fördert. Neu hinzugekommen sind gemeinsame Maßnahmen im Bereich Gesundheit für Frauen und Männer im Fußball und das Thema Spielsuchtprävention.

GESUNDE ERNÄHRUNG

Mit dem Ziel, ein positives Bewusstsein für das Thema „gesunde Ernährung“ zu schaffen, hat der DFB im Juni 2019 seine seit 2008 bestehende Ernährungspartnerschaft mit REWE um drei Jahre verlängert.

Unter dem Motto „Torhunger – Richtig ernähren. Besser kicken.“ werden zahlreiche Aktionen umgesetzt – die sich vom DFB-Fußball-Abzeichen über den Schulfußball bis hin zum Engagement in mehr als 2.000 Vereinen erstrecken. REWE wird gesunde Ernährung als einen festen Programmpunkt innerhalb dieser Breitensportangebote etablieren und auf diesem Weg seine Expertise allen Fußballer*innen im Amateurbereich zugänglich machen.

Am Rande der Tagung der Bundesliga-Ärzte 2018 wurde gemeinsam mit dem Ernährungsmediziner Prof. Hans-Konrad Biesalski von der Universität Hohenheim eine Broschüre über Nahrungsmittel-Intoleranzen und -Allergien im Fußball veröffentlicht. Der Ratgeber informiert über das diagnostische Vorgehen, die therapeutischen Konsequenzen und zeigt die Gefahren durch eine Überdiagnostik auf.

SENSIBILISIERUNG FÜR PSYCHISCHE ERKRANKUNGEN

Im Berichtszeitraum war die 2010 von DFB, DFL e.V. und Hannover 96 gegründete Robert-Enke-Stiftung als fördernde und auch operative Stiftung für ihre beiden Stiftungszwecke „Depressionen“ und „Kinderherzkrankheiten“ aktiv.

Im Kernthema „Depressionen im Leistungssport“ etablierte sie drei Projekte, die für alle Sportler*innen ein bundesweites Netzwerk für die Behandlung und zur Prävention psychischer Erkrankungen bietet:
-  „Referat Sportpsychiatrie/-psychotherapie“
-  Beratungshotline „Seelische Gesundheit“
- „MentalGestärkt“

Für die Umsetzung stellte die Stiftung 108.500 Euro in ihren Haushalt ein.

Seit Oktober 2016 engagieren sich der Ex-Profifußballer Martin Amedick und Buchautor Ronald Reng mit ihrem Vortrag „Psychische Gesundheit im Nachwuchsleistungssport“ für einen nachhaltigen und qualifizierten Umgang mit dem Thema in den deutschen Nachwuchsleistungszentren. Im Juli 2017 informierte sich Prinz William, zudem Präsident des englischen Fußball-Verbandes (FA), zusammen mit Herzogin Kate während ihres Deutschlandbesuches über die Stiftungsarbeit. Daraus ergaben sich Kooperationsgespräche zwischen der FA, dem DFB und der Robert-Enke-Stiftung.

Im Rahmen einer Pressekonferenz zum Länderspiel der Nationalmannschaft im Oktober 2016 veröffentlichte die Stiftung die „EnkeApp“, eine Wissens- und Kommunikationsplattform rund um das Thema Depressionen. Sie wurde seither mehr als 55.000 Mal heruntergeladen.

Um über das Krankheitsbild „Depression“ aufzuklären, besuchte die Stiftung mit dem mobilen Informationsstand „Robert-Enke-Stiftung auf Tour“ seit Oktober 2016 insgesamt 228 Sportgroßveranstaltungen oder Gesundheitstage.

KOPFVERLETZUNGEN: EINFÜHRUNGEN EINES „BASELINE-SCREENINGS“

Einen weiteren Schwerpunkt legte der DFB auf das Thema „Kopfverletzungen“. Hauptverantwortlich für Kopfverletzungen sind Kopf-an-Kopf- und Ellbogen-an-Kopf-Kontakte, die während Kopfballduellen in der Luft geschehen. Bereits 2006 konnte durch eine Regeländerung zur stärkeren Ahndung von Ellbogenschlägen an den Kopf die Anzahl an Kopfverletzungen reduziert werden.

Um den Umgang mit Kopfverletzungen weiter zu professionalisieren, hat die DFL zur Saison 2019/2020 ein sogenanntes „neurologisches Baseline-Screening“ aller Bundesliga- und Zweitligaspieler*innen auf Grundlage des sogenannten „Scat-5-Tests“ eingeführt.

Die DFL folgt damit einer Empfehlung der Medizinischen Kommission des DFB, die unter der Leitung von Professor Tim Meyer (Lehrstuhlinhaber für Sport- und Präventivmedizin an der Universität des Saarlandes und Mannschaftsarzt der Fußball-Nationalmannschaft) steht. Es geht dabei nicht um die Wirkung von wiederholten Kopfbällen, sondern um akute Kopfverletzungen, etwa durch einen Ellbogenschlag. Die Arbeit der Teamärzte soll erleichtert und eine optimale medizinische Versorgung der Athlet*innen gewährleistet werden. Die Ausweitung dieses Verfahrens auf die 3. Liga und die Frauen-Bundesliga ist geplant.

Die Untersuchung im Vorfeld der Saison ist hilfreich, um das Ausmaß einer späteren Verletzung besser erkennen zu können. Im Falle der Beurteilung einer akuten Kopfverletzung stellt sich dem Mannschaftsarzt oft die Frage, ob eine Abweichung vom „Normalzustand“ vorliegt. Die Grundidee eines solchen Tests besteht darin, die verschiedenen Teilbereiche der Hirnfunktion, die von einer Kopfverletzung betroffen sein können, sukzessive zu testen. Schon während der Saison 2018/2019 stand den Ärzt*innen die technische Option zur Verfügung, sich per Video direkt an der Seitenlinie jene Aktion anzuschauen, die zu der Verletzung führte.

LEBENSRETTER SEIN

Fußballspielen im höheren Alter ist neben verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen auch mit Risiken verbunden. So gibt es immer mal wieder Meldungen über einen plötzlichen Herztod auf dem Sportplatz. Um die individuelle Gefährdung zu minimieren, empfiehlt der DFB daher den aktiven Ü-Fußballer*innen regelmäßige ärztliche Tauglichkeitsuntersuchungen.

Damit Laien als Ersthelfer*innen im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstandes vor Ort reanimieren können, starteten der Deutsche Fußball-Bund und die Deutsche Herzstiftung  gemeinsam mit den Fußball-Landesverbänden Schleswig-Holstein und Mittelrhein im Herbst 2015 mit dem Gemeinschaftsprojekt „LEBENSRETTER SEIN“ – ein Pilotprojekt, im Rahmen dessen Laien-Reanimationsschulungen für Fußballer*innen veranstaltet werden. Seit 2017 sind an dem Kooperationsprojekt auch die Fußball-Landesverbände aus Baden, Thüringen, Westfalen und dem Saarland beteiligt.