6.4 VIELFALT LEBEN

Fußball kann Menschen bewegen – aktiv wie passiv, über alle sozialen Milieus und Nationalitäten hinweg, unabhängig von Geschlecht, Beeinträchtigung, Herkunft, sexueller Orientierung, Kultur oder Religion. Diese Vielfalt bereichert den Fußball und unsere Gesellschaft. Der DFB setzt sich für ein respektvolles, faires und offenes Miteinander ein und stellt sich aktiv gegen Diskriminierung.


Der DFB fördert Teilhabe, Integration und Chancengleichheit, er stärkt seine Mitglieder im Umgang mit Vielfalt im Verein. Für diese Überzeugungen setzt sich der DFB ein. Jedoch hat eine erfolgreiche Umsetzung nur in enger Vernetzung und Kooperation mit Engagierten aus Ehrenamt, Politik und Zivilgesellschaft Aussicht auf Erfolg. Der DFB steht im ständigen Austausch mit vielen Interessengruppen. So waren es z. B. zwei Vorschläge der DFB-Arbeitsgruppe Vielfalt und der AG Fankulturen, die vor dem Test-Länderspiel der Männer-Nationalmannschaft gegen Serbien in Wolfsburg im März 2019 umgesetzt wurden, um ein geschlechtsneutrales Stadionerlebnis und somit mehr Vielfalt zu ermöglichen: Die Einführung von Unisex-Toiletten und geschlechtssensible Eingangskontrollen bei DFB-Spielen riefen international positive Reaktionen hervor und sind mittlerweile ein Standard bei A-Nationalmannschaftsspielen und dem DFB-Pokalfinale.

INTEGRATIONSPOTENZIALE SICHTBAR MACHEN

Um Vielfalt in den Mitgliedsvereinen zu unterstützen, hat der Verband zum DFB-Bundestag 2013 die Arbeitsgruppe Vielfalt gegründet. Dort arbeitet der DFB gemeinsam mit Verantwortlichen aus Politik und Wissenschaft sowie mit Vertreter*innen der Landesverbände und den Geschäftsführern der DFB-­Stiftungen an ganzheitlichen Konzepten und Maßnahmen. Die Arbeitsgruppe, die geleitet wird von Claudia Wagner­-Nieberding, Präsidiumsmitglied beim Hamburger Fußball­-Verband, pflegt einen engen Austausch mit den Integrationsbeauftragten der 21 Landesverbände und veranstaltet jährliche Integrationskonferenzen. Darüber hinaus bestehen langjährige Kooperationen mit externen Expert*innen. Ziel des DFB ist es, die Integrationspotenziale des Fußballs für das Gemeinwohl sichtbar und nutzbar zu machen sowie durch Integration einen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit des Fußballs und der Vereine zu leisten.

Im Berichtszeitraum wurden folgende Maßnahmen umgesetzt:
• DFB und Mercedes-Benz Integrationspreis (33 prämierte Sieger*innen von 2007 bis 2018 bei mehr als 2.500 Bewerbungen; mehr als 2 Mio. Euro in Sach- und Geldpreisen an Basisprojekte ausgeschüttet)
• Erkenntnisstand im Thema Integration im und durch den Fußball vergrößert
• Berufung des 23-maligen Nationalspielers, Deutschen Meisters und WM-Teilnehmers Cacau als DFB-Integrationsbeauftragter (seit 2016)
• Informationsangebote und Qualifizierungsmaßnahmen für Vereine entwickelt
• Regelmäßiger Austausch zu Integration im Fußball über Dialogformate

INTEGRATION VON GEFLÜCHTETEN

Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat 2018 weltweit erstmals mehr als 70 Millionen Flüchtlinge, Vertriebene und Asylbewerber gezählt. Damit hat sich die Zahl in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Aktuell (Stand: 01.09.2019) sind allein mehr als 48.000 aus Syrien, Afghanistan und dem Irak geflüchtete Menschen in Deutschland mit einem Spielerpass im Fußball ausgestattet. Diese und weitere Geflüchtete zu integrieren, ist für die Vereine an der Basis nach wie vor eine wichtige Aufgabe. Der DFB unterstützt dabei auch weiterhin, etwa mit
• der Broschüre „Willkommen im Verein“,
• der Initiative „2:0 für ein Willkommen“,
• der Broschüre „Im Fußball zu Hause! Flüchtlinge im Fußballverein“,
• der Konferenz „Angekommen im Verein – Ehrenamt und Teilhabe im Fußball“,
• Willkommensbündnissen sowie
• Sport- und Bildungsangeboten.

FLÜCHTLINGSINITIATIVE: VON „1:0“ ZU „2:0“

Mehr als 3.600 Fußballprojekte in ganz Deutschland: Die Flüchtlingsinitiative „2:0 für ein Willkommen“ der DFB-Stiftung Egidius Braun und der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration hat 2019 einen weiteren Meilenstein erreicht. Die Initiative, die durch die Nationalmannschaft gefördert wird, unterstützt Integrationsprojekte von Fußballorganisationen für geflüchtete Menschen. Mehr als 2 Mio. Euro wurden seit März 2015 zur Verfügung gestellt – zunächst in Form einer pauschalen Anerkennungsprämie, inzwischen über individuelle Förderanträge. Der Fokus hat sich dabei vom simplen wie dennoch notwendigen Willkommen im Verein zur langfristigen Förderung gesellschaftlicher Teilhabe und Integration verschoben.

ÜBERARBEITUNG DES INTEGRATIONSKONZEPTES

Im April 2019 startete der Verband eine „Dialogreihe Integration“. Die Ziele: Gemeinsam über Chancen und Herausforderungen der Integration im Fußball reden und das DFB-Integrationskonzept aus dem Jahr 2008 in einem partizipativen Prozess mit der Fußballbasis modernisieren. Dem Auftakt im Frühjahr in Hamburg folgten Integrationsforen in Saarbrücken, Kamen, Frankfurt und Leipzig.

FUSSBALL FÜR ALLE – INKLUSIVE FUSSBALLANGEBOTE

Die DFB-Stiftung Sepp Herberger ermöglicht benachteiligten Menschen über verschiedene Aktivitäten Teilhabe am organisierten Fußballsport. Auch nutzt die Stiftung die Potenziale des Fußballs, um soziale und gesellschaftliche Prozesse anzustoßen.

Um Menschen mit Beeinträchtigung stärker in die Vereins- und Verbandsstrukturen und damit in die Gesellschaft einzubinden, startete die Stiftung im Dezember 2018 zusammen mit dem DFB-Teambereich für die Trainer-Aus-, -Fort- und -Weiterbildung der Landesverbände eine Qualifizierungsoffensive für Trainer*innen im Handicap-Fußball. Dafür wurde der Bereich „Training online“ auf DFB.de zunächst um 19 vollständige Trainingsstunden und eine „Vereinsbörse” erweitert. Eine wichtige Ergänzung der bereits im Jahr 2012 gestarteten Inklusionsinitiative, in deren Rahmen durch die Stiftung Ansprech-partner*innen in allen 21 DFB-Landesverbänden mitfinanziert werden.

2017 starteten die DFB-Stiftung Sepp Herberger und die DFL Stiftung gemeinsam mit den DFB-Landesverbänden mit dem FußballFreunde-Cup eine inklusive Turnierserie. Sie ermöglicht Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung das aktive Fußballspielen und rückt den Behindertenfußball weiter in die Öffentlichkeit. Fünf Profiklubs sind Gastgeber der Turniere. 2018 nahmen erneut mehr als 40 Mannschaften teil. 

FUSSBALL UND RAP – FÜR DAS LEBEN DANACH

Mit der Resozialisierungsinitiative „Anstoß für ein neues Leben“ schafft die DFB-Stiftung Sepp Herberger zusammen mit den beteiligten Justizeinrichtungen, der Bundesagentur für Arbeit, den Fußball-Landesverbänden und weiteren Partnern eine Perspektive für (jugendliche) Strafgefangene nach der Inhaftierung – in beruflicher und sportlicher Hinsicht. Antrieb ist es, sie über unterschiedliche Funktionen in die Fußballfamilie einzubinden. Im Berichtszeitraum konnte die Zahl der teilnehmenden Justizvollzugs- und Jugendstrafanstalten von 17 auf 22 (in zehn Bundesländern) erhöht und um neue Aktivitäten erweitert werden, etwa das Projekt „Teamsong“ 2017. Die Resozialisierung Strafgefangener lag Sepp Herberger sehr am Herzen.

EHRUNG IN SPIEZ

Seit 2013 zeichnet die Stiftung Akteure des organisierten Fußballs für ihr vorbildliches und richtungsweisendes Engagement im Handicap-Fußball, in der Resozialisierung, in dem Zusammenspiel von Schulen und Vereinen sowie im Bereich „Fußball Digital“ mit den Sepp-Herberger-Urkunden aus. Insgesamt werden jährlich bis zu 105 Urkunden vergeben. Die Ehrung der 13 Preisträger*innen fand 2019 im schweizerischen Spiez statt. Im Strandhotel Belvédère am Thuner See, in dem 1954 auch die deutsche Mannschaft ihr Quartier bezogen hatte, nahm mit Horst Eckel der letzte noch lebende Weltmeister von ‘54 die Ehrungen vor. Die Sieger*innen erhielten Geld­ und Sachpreise von zusammen 58.000 Euro.

EINSATZ GEGEN DISKRIMINIERUNG

Die Einhaltung der Menschenrechte und der Schutz von Minderheiten sind unveräußerliche Werte in der Gesellschaft und somit auch im Fußball. Der DFB setzt sich aktiv gegen Diskriminierung in jeglicher Form ein und führt seine folgenden Ziele weiter fort:
• Monitoring von Diskriminierungs- und Extremismusvorfällen (jährliches Lagebild des Amateurfußballs/Spielbeobachtung Nationalmannschaft)
• Befähigung von Verbänden und Vereinen (der 3. und Regionalliga) zum Erkennen von und zum Umgang mit Diskriminierungs- und Extremismusvorfällen
• Austausch mit Netzwerkpartnern und deren Unterstützung
• Best-Practice-Projekte sichtbar machen 

Im Berichtszeitraum hat der DFB ein belastbares Lagebild zum Thema Antidiskriminierung etabliert und konkrete Handlungsempfehlungen für die Landesverbände erarbeitet. Weitere Schwerpunkte:
• Erfahrungsaustausch mit den Vereinen der 3. Liga und den Regionalligen
• Broschüre zum 10-jährigen Jubiläum des Julius Hirsch Preises
• Unterstützung von Aktionstagen
• E-Learning für Schiedsrichter*innen zum Erkennen von Gewalt- und Diskriminierungsvorfällen
• Fachdialog mit dem Netzwerk „Sport und Politik vereint gegen Rechtsextremismus“

Der DFB geht dabei auch selbstkritisch mit seinem eigenen Verhalten um. So hat er sich öffentlich dazu bekannt, dass man sich angesichts der rassistischen Angriffe gegenüber seine Nationalspieler Mesut Özil und İlkay Gündoğan nach den Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan deutlicher positionieren und vor die Spieler hätte stellen müssen.

PREIS UND ERINNERUNG AN JULIUS HIRSCH

Mit dem Julius Hirsch Preis werden seit 2005 Personen, Initiativen und Vereine ausgezeichnet, die sich als Aktive auf dem Fußballplatz, als Fans im Stadion, im Verein und in der Gesellschaft beispielhaft einsetzen und sich gegen Diskriminierung, vor allem gegen Antisemitismus und Rassismus stellen. Der Preis in Erinnerung an den Nationalspieler jüdischen Glaubens, der 1943 im KZ Auschwitz ermordet wurde, hat einen Alleinstellungsstatus in der Welt des Sports und wird auch international als erinnerungspolitischer Leuchtturm wahrgenommen. Festredner der Preisverleihungen zwischen 2016 und 2019 waren unter anderem Hans Leyendecker und Herbert Grönemeyer. Die mit dem Preis ausgezeichneten Menschen sind Vorbilder und leisten damit einen Beitrag zur Stärkung einer demokratischen Zivilgesellschaft. 39 Preisträger*innen wählte der DFB bis heute aus über 1.200 Bewerbungen aus.

Auch über die Preisverleihungen hinaus ist die Vita des Julius Hirsch zu einem biografischen Bezugspunkt für weitere, öffentlich wahrnehmbare kulturelle Maßnahmen geworden, die vor allem von der DFB-Kulturstiftung initiiert und durchgeführt werden. So feierte 2017, aus Anlass des 125. Geburtstags von Julius Hirsch, das Theaterstück „Juller” Premiere im Theater der Jungen Welt. Das seitdem in vielen Städten rund 60 Mal aufgeführte Stück ist das erste Theaterstück über einen deutschen Nationalspieler. Anlässlich des 75. Jahrestages der Deportation von Hirsch im März 2017 initiierte die DFB-Kulturstiftung zudem eine „Spurensuche” in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, in deren Rahmen sich erstmals in der DFB-Geschichte eine Gruppe von Fußballfans und Anhängern im Namen des Verbandes zu einem fünftägigen Workshop zusammenfanden.

“!NIE WIEDER – ERINNERUNGSTAG IM DEUTSCHEN FUSSBALL”

„!Nie Wieder“, diese Botschaft der Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau haben Fußballfreunde aufgegriffen und am 27. Januar 2004, dem 59. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, den „Erinnerungstag im deutschen Fußball“ ins Leben gerufen. Der DFB unterstützt diesen Tag über verschiedene Aktionen, Veranstaltungen und Diskussionsforen und bringt damit zum Ausdruck, dass Rassismus und Diskriminierung keinen Platz in der Gesellschaft und im Fußball haben.

ISRAELREISE DER U 18-NATIONALMANNSCHAFT

Es ist ein im Spitzensport einmalig dauerhaftes Langzeitprojekt: Seit 2008 reisen die Spieler*innen der jeweiligen U 18-Nationalmannschaft jährlich zu einem Drei-Nationen-Turnier nach Israel, und nehmen – organisiert und begleitet von der DFB­-Kulturstiftung – dabei neben den Länderspielen an einem erinnerungspolitischen Bildungsprogramm teil, besuchen die Holocaust-­Gedenkstätte Yad Vashem und treffen einen Überlebenden des Lagers Theresienstadt zum Zeitzeugengespräch. Die Bilanz zum 10. Jubiläum des Projekts: Mehr als 200 junge Nationalspieler*innen haben an dieser Reise teilgenommen, Fußball gespielt und Eindrücke für ihr Leben mitgenommen.

VIELFALT IN GREMIEN UND IM EHRENAMT

Über sein Leadership-Programm in Zusammenarbeit mit der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) leistet der DFB einen Beitrag zur Entwicklung für mehr Vielfalt im Ehrenamt und in Gremien. Das Programm beinhaltet verschiedene Facetten der Qualifizierung, Förderung und Vernetzung.

2016 standen ehrenamtlich im Fußball engagierte Frauen im Fokus. 24 Vereins- oder Verbandsmitarbeiterinnen aus ganz Deutschland (mindestens eine aus jedem der 21 Landesverbände) nahmen an der zwölfmonatigen Maßnahme teil. 149 Frauen hatten sich beworben. Die Kosten übernahm der DFB. Begleitet wurden die Teilnehmerinnen von 24 Mentor*innen. Fünf Mentees nahmen im Anschluss an das Leadership-Programm eine Position in den DFB-Gremien ein.

Der DFB unterstützte darüber hinaus mit 50.000 Euro Leadership-Programme, die in Eigenregie in den Landesverbänden umgesetzt werden. 18 solcher Maßnahmen fanden im Berichtszeitraum statt.

VIELFALT SEXUELLER IDENTITÄTEN

Seit dem 1. Januar 2019 gilt in Deutschland neben „männlich“ und „weiblich“ auch „divers“ als offizielles drittes Geschlecht. Mit diesen Fakten setzt sich der DFB auseinander. Die erstmals beim Länderspiel gegen Serbien im März 2019 eingesetzten Unisex-Toiletten gehören seither zum Standard bei den Länderspielen der A-Nationalmannschaft. Zur Diskussion stehen auch Spielerpässe für transgeschlechtliche Menschen sowie die Klärung rechtlicher Grundlagen und Sensibilisierungsmaßnahmen hierfür.

Bereits seit 2010 engagiert sich der DFB für einen offenen Umgang mit homosexuellen und inzwischen auch transgeschlechtlichen Aktiven, Unparteiischen, Funktionär*innen und Fans. Er steht dabei im engen Austausch mit Fanorganisationen, Interessen- und Landesverbänden. Im Fokus des DFB-Engagements steht die sensible Annäherung an das Thema, das Gewinnen von Vertrauen in der Community und der regelmäßige Austausch mit relevanten Akteuren.


Für Engagierte in den Vereinen bietet der DFB seit November 2018 ein Webinar gegen Homo- und Transfeindlichkeit an – initiiert mit der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH) und umgesetzt von Professor Dr. Martin Schweer von der Universität Vechta. Der Psychologe ist wissenschaftlicher Leiter der Bildungs- und Forschungsinitiative „Fußball für Vielfalt – Fußball gegen Homophobie und Sexismus“ der Hirschfeld-Stiftung. Zur Veröffentlichung hatte der frühere Nationalspieler und heutige DFB-Botschafter für Vielfalt, Thomas Hitzlsperger, der sich 2014 erstmals öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt hatte, Vertreter*innen der 21 Landesverbände zu einem Erfahrungsaustausch eingeladen.

REGENBOGENFLAGGE VOR DEM DFB

Ein besonderes Zeichen für Vielfalt setzte der DFB im Sommer 2019 anlässlich des 50. Jahrestages der Stonewall-Unruhen in New York. Am 28. Juni 1969 wehrten sich Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender-Menschen gegen eine Razzia in einer Bar in der Christopher Street. Jedes Jahr wird an diesem Tag weltweit mit Paraden erinnert.

Vor der DFB-Zentrale in Frankfurt wehte dafür ausnahmsweise nicht das grüne Banner mit dem Verbandslogo, sondern die Regenbogenflagge. DFB-Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius hisste die Fahne. „Auf dem Feld oder unter dem Dach des DFB darf niemand aufgrund seiner oder ihrer sexuellen Neigung oder Identität, Hautfarbe, Religion oder Herkunft ausgegrenzt werden. Wir möchten mit der Aktion auch die LGBTI-Spieler*innen und Mitarbeiter*innen stärken“, sagte Curtius.

Das Hissen der Regenbogenflagge begleiteten vor Ort auch Christian Rudolph, Vorstandsmitglied des Schwulen- und Lesbenverbandes in Deutschland, Conrad Lippert vom Julius Hirsch Preisträger „Fußballfans gegen Homophobie“, Sven Kistner von den „Queer Football Fanclubs“, Sven Wolf vom Badischen Fußballverband und Pia Mann von „DISCOVER FOOTBALL“.

ZENTRALER ASPEKT BEI DER EURO 2024

Vielfalt ist auch ein zentraler Aspekt in der nachhaltigen Ausrichtung der Europameisterschaft 2024 in Deutschland. Es ist eines von acht Handlungsfeldern des hierzu erarbeiteten DFB-Nachhaltigkeitskonzeptes.

Auch der TV-Spot des neuen DFB-Mobilitätspartners Volkswagen zahlt auf das Thema Vielfalt ein. Das Motto der 2019 veröffentlichten Werbekampagne: „Fußball, das sind wir alle.“ In dem Spot laufen Nachwuchskicker*innen, Bolzplatzheld*innen, Ehrenamtliche und Fans gemeinsam mit den Nationalspielern und dem Trainerteam um Joachim Löw in das Berliner Olympiastadion ein. Dies zeigt den Fußball in seiner gesamten Breite und verdeutlicht die zentralen Werte des Fußballs wie etwa Leidenschaft, Vielfalt und Fairness.