5.2 FÜR EINE ERFOLG­REICHE ARBEIT IN ALLEN VEREINEN

Was haben Imke Wübbenhorst (BV Cloppenburg), der ehemalige Nationalspieler Tim Borowski (Werder Bremen) und Conny Frank Fritsch (Nationalmannschaft Fußballer mit Cerebralparese/Lähmung) gemeinsam? Zusammen mit 21 weiteren Teilnehmenden absolvieren sie seit Juni 2019 an der Hennes-Weisweiler-Akademie den 66. Fußball-Lehrer-Lehrgang des DFB.


Fußballvereine können die Herausforderungen der Zukunft nur mit qualifizierten Vereinsmitarbeiter*innen meistern, die auf ihre Funktionen und Aufgaben innerhalb einer innovativen, attraktiven und immer komplexeren Vereinsarbeit vorbereitet werden. Für Trainer*innen ist dies das Trainieren und Betreuen einer Mannschaft.

Das Ausbildungssystem, das im Berichtszeitraum kontinuierlich weiterentwickelt wurde, ist ein zentraler Baustein einer intakten Fußballbasis und damit auch Aufgabe des DFB – in enger Kooperation mit den Landesverbänden. DFB und LV bieten ein vielfältiges und teilnehmerorientiertes Angebot für alle Alters- und Leistungsklassen des Fußballs zur direkten Anwendung in ihren Heimatvereinen an: vom Online-Seminar bis hin zur Fußball-Lehrer-Ausbildung. Mit dem Ziel, so viele Fußball-Mannschaften wie möglich mit qualifizierten Trainer*innen zu besetzen, die Spieler*innen entwickeln, Teams führen und in den Vereinen erfolgreich arbeiten.

Aufgegliedert ist das System in C- (Breitensport), B- (1. Lizenzstufe), DFB-Elite-Jugend- (2. Lizenzstufe), A- (3. Lizenzstufe) und Fußball-Lehrer-Lizenz (4. Lizenzstufe). Diese Vierstufigkeit steht im Einklang mit den Rahmenrichtlinien des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Die Trainerkandidat*innen haben die Möglichkeit einer Profilierung entsprechend ihrer individuellen Interessen: schwerpunktmäßig im Junioren- oder auch im Seniorenbereich.

„Unser Ziel ist es, noch individueller auszubilden, weil sich Erfahrungsschatz und Anforderungen auf den einzelnen Ebenen unterscheiden. Hier spielen Aspekte wie ein multikultureller Profikader, Menschenführung, Respekt im Umgang mit Trainerkollegen und gegnerischen Teams oder auch Fair Play eine zentrale Rolle“, sagt Daniel Niedzkowski, Leiter der Fußball-Lehrer-Ausbildung.

Das DFB-Ausbildungssystem zeichnet sich durch

• eine inhaltlich hochwertige Aus- und Fortbildung auf allen Stufen,
• niedrigschwellige Einstiegsmöglichkeiten für möglichst viele Interessierte,
• ein abgestuftes Lizenzsystem mit einer angepassten Qualifizierung je nach Einsatzfeld und Praxisanforderungen
• sowie eine Durchlässigkeit von einer Schnell- und Basisinformation via Internet bis zur höchsten Lizenz aus.

EINFÜHRUNG DFB-AUSBILDERZERTIFIKAT

Schlüsselfunktionsträger*innen im organisierten Fußball sowie Trainer*innen bestmöglich zu begleiten, erfordert unterstützende und praxisorientierte Lernangebote. Hierfür sind in erster Linie die Landesverbände als Träger von Qualifizierungsmaßnahmen verantwortlich. Mit dem „DFB-Ausbilderzertifikat“ unterstützt der DFB seit 2017 seine Regional- und Landesverbände im Rahmen der DFB-Qualifizierungsoffensive bei dieser Lehrarbeit.

Dies geschieht nun insbesondere durch eine qualifizierte Weiterbildung ihrer rund 1.500 Lehrkräfte im Hauptamt und auf Honorarbasis. Diese schulen bundesweit jährlich mehr als 100.000 Menschen. Das Ausbilderzertifikat besteht aus vier Modulen und bietet unterstützende und praxisorientierte Unterrichtshilfen. Der Besuch der Weiterbildung schließt mit der Vergabe eines „DFB-Ausbilderzertifikates“ ab.

VERLÄNGERUNG DFB-MOBIL BIS 2022

Der DFB führt das bundesweit erfolgreiche Projekt „DFB-Mobil“ um drei weitere Jahre bis 2022 fort. Mit den 30 DFB-Mobilen besucht der Verband seit Mai 2009 täglich bundesweit Schulen und Fußballvereine und bietet damit einen dezentralen Service, der sich als Einstieg in die weiterführenden Qualifizierungsmaßnahmen bewährt hat. Von November 2016 bis Juni 2019 waren es 9.639 Termine, insgesamt seit Mai 2009 bereits mehr als 35.500. Auf diese Weise hat das DFB-Mobil – angesiedelt bei der DFB-Akademie – etwa 1,5 Millionen Menschen erreicht. Neben den Kindern und Jugendlichen auch mehr als 240.000 Trainer*innen, Betreuende oder Lehrkräfte, die mit dem DFB-Mobil vor Ort praktische Hilfeleistungen und Unterstützung für die tägliche Arbeit im Verein und in der Schule erhalten.

BLENDED LEARNING IN ALLEN TRAINERAUSBILDUNGSFORMATEN

Zum Start des 66. Lehrgangs im Juni 2019 hat der DFB seine Fußball-Lehrer-Ausbildung reformiert. Dazu zählen inhaltliche Neuerungen und eine bessere Abstimmung des Kurses mit den Anforderungen, die die Teilnehmer*innen bei ihren Vereinen vorfinden. Der Lehrgang bietet mehr Flexibilität, um das gelernte Wissen direkt und begleitet in der Trainingsarbeit mit ihren Mannschaften anzuwenden. Ein Anliegen der Reform des Fußball-Lehrer-Lehrgangs war es, die Vereinbarkeit von Job und Ausbildung zu vereinfachen.

Deshalb führte der DFB in allen Trainerausbildungsformaten das „Blended Learning“ oder auch „Integriertes Lernen“ ein. Diese Lernform ist eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von zentralen Präsenzveranstaltungen mit E-Learning-Phasen in den Heimatvereinen. So haben die Teilnehmenden mehr Zeit vor Ort bei ihren Vereinen, die sie gezielt für ihre Entwicklung nutzen können.