4.11 NEUE IMPULSE FÜR PRÄVENTION UND SICHERHEIT

Besteht beim nächsten Fußballspiel Konfliktpotenzial? Ist mit Ausschreitungen zu rechnen? Was tun bei einem Gewalt- oder Diskriminierungsfall? Profi- wie Amateur­vereine sehen sich mitunter mit Sicherheitsfragen wie diesen konfrontiert.


Der DFB schafft Rahmenbedingungen für sichere Veranstaltungen, um alle am Fußball beteiligten Akteure bestmöglich zu schützen. Dies gilt für verbandseigene Veranstaltungen ebenso wie für solche der Mitgliedsvereine auf Amateurebene. Die Kommission Prävention & Sicherheit & Fußballkultur, fachbezogene Projekt- und Arbeitsgruppen oder Netzwerkpartner wie Hochschulen sind hierbei wichtige Säulen für den DFB im Rahmen der Beratung und Unterstützung.

Die Zertifizierung des Sicherheitsmanagements der Vereine und der Ausbau personeller Qualifizierungen haben im Berichtszeitraum für einen zunehmend flächendeckenden, professionellen Standard im Profifußball wie auch in Teilen unterhalb der 3. Liga gesorgt. Das potenzielle Organisationsverschulden eines Veranstalters kann somit reduziert werden.

ZUSAMMENSPIEL UNTERSCHIEDLICHER POSITIONEN

Im Rahmen der Umsetzung des Zehn-Punkte-Plans für mehr Sicherheit im Fußball veranstalten DFB und DFL aktuell alle zwei Jahre Regionalkonferenzen an jeweils vier unterschiedlichen Standorten. Die Regionalkonferenzen sind bundesweit das größte Netzwerktreffen aus den Bereichen Prävention und Sicherheit im Fußballkontext und das einzige Konferenzformat, das sämtliche Funktionsträger*innen (Vereinsmitarbeiter*innen, Fanprojekte, Polizei) zusammenbringt. 2019 standen die Konferenzen in Dortmund, Hannover, Dresden und Stuttgart mit verschiedenen interdisziplinären Veranstaltungen unter dem Motto: „Fußball – Ein Feld kultureller Vielfalt. Zusammenspiel unterschiedlicher Positionen?!“

2018 erstellte eine Projektgruppe des DFB in Zusammenarbeit mit Vertreter*innen der Polizei, Feuerwehr und eines kommunalen Ordnungsamtes einen „Leitfaden für die Arbeit und Übung mit Koordinierungsgruppen“. Dieser dient den Veranstaltern der Spiele im Profibereich dazu, sich auf die Abarbeitung eines krisenhaften Ereignisses vorzubereiten. So können lokal die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen und dann entsprechende Lagen trainiert werden.

Praktische Tipps für Amateurvereine, um sich vor (Risiko-)Spielen gut aufzustellen und mehr Handlungssicherheit zum Umgang mit Vorfällen während der Spiele zu gewinnen, gibt der Leitfaden „Sicherheit im Amateurfußball“ – erarbeitet im April 2018 mit der AG Fair Play und Gewaltprävention. Bereits seit der Saison 2014/2015 werden über den Online-Spielbericht Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle gemeldet. Die erhobenen Daten fließen in die Präventions- und Interventionsarbeit ein. Mehr dazu finden Sie im Kapitel „Fair Play & Gewaltprävention“.