4.8 WEICHEN STELLEN

Emotionen, Begeisterung, Spannung, Spaß, Qualität, Drama, Tradition – all das ist Fußball. All das ist die 3. Liga. Sie hat sich seit ihrer Gründung im Sommer 2008 erfolgreich entwickelt und ist ein unverzichtbarer Bestandteil im deutschen Ligensystem.


Als die 3. Liga zur Saison 2008/2009 eingeführt wurde, lauteten die Ziele: eine größere Leistungskonzentration in der Spitze, eine stärkere wirtschaftliche und mediale Aufmerksamkeit, vermehrte Fernsehpräsenz und verbesserte Vermarktungsmöglichkeiten für die 20 Vereine. Die Basis des Profifußballs sollte verbreitert, ein besserer Übergang zu den Lizenzligen geschaffen werden – inklusive optimierten Fördermöglichkeiten auf professionellem Niveau für talentierte Nachwuchsspieler.   

Heute ist festzuhalten: Die 3. Liga hat viele Erwartungen erfüllt. Die sportliche Qualität, die Wahrnehmung, die öffentliche Aufmerksamkeit haben sich seit Gründung der Liga rasant entwickelt. In der Saison 2018/2019 kamen erstmals mehr als drei Millionen Zuschauer*innen zu den 380 Spielen in die Stadien. Gegenüber den ersten vier Jahren sind die Besucherzahlen um rund 55 Prozent angewachsen. Die Gelder, die der DFB aus Vermarktungserlösen und Fördermaßnahmen an die Drittligisten ausschüttet, sind seit der Premierensaison 2008/2009 um knapp 135 Prozent gestiegen. Seit 2017 gibt es mit bwin einen Liga-Hauptpartner, ebenfalls seit 2017 werden alle 380 Spiele der Saison live und auf Abruf bei Magenta Sport im Pay-TV übertragen. Im frei empfangbaren Fernsehen gibt es 86 Live-Spiele bei der ARD und den Dritten Programmen zu sehen.

BINDEGLIED ZWISCHEN LIZENZ- UND AMATEURFUSSBALL

Neben ihrer Attraktivität übt die 3. Liga als Scharnier und Bindeglied zwischen dem Lizenzfußball in Bundesliga und 2. Bundesliga sowie dem semiprofessionellen Fußball und ambitionierten Amateurfußball der Regionalliga eine äußerst wichtige Funktion im deutschen Fußball aus. Sie bewegt sich dabei in einem Spannungsfeld, da sie einerseits den Anschluss an die 2. Bundesliga halten muss, andererseits die Regionalliga nicht abhängen darf. Die größte Herausforderung ist es, den Vereinen zu einer stabileren wirtschaftlichen Basis zu verhelfen.

Übergeordnetes Ziel ist die nachhaltige Weiterentwicklung und Konkurrenzfähigkeit der 3. Liga. Sie soll als Basis im deutschen Profifußball gefestigt und offensiv als Spielklasse für Herausforderer und Innovationen positioniert werden.

Unterstützende Maßnahmen sind der Nachwuchsfördertopf und das Financial Fairplay. Beide Maßnahmen traten zur Saison 2018/2019 in Kraft und haben ein finanzielles Volumen von insgesamt 3,5 Millionen Euro brutto, das an die 20 Vereine der 3. Liga ausgeschüttet wird.

NACHWUCHSFÖRDERTOPF

Der Nachwuchsfördertopf enthält 2,95 Millionen Euro brutto. Das sind 2,0 Millionen Euro mehr als zuvor, als über eine allgemeine Nachwuchsförderung pauschal 50.000 Euro pro Jahr an jeden Verein der 3. Liga zum Aufbau oder zur Weiterentwicklung eines Leistungszentrums ausgeschüttet wurden. Das Modell berücksichtigt die Leistungszentren und die Einsatzzeiten von Spielern im U 21-Alter mit deutscher Staatsangehörigkeit.

FINANCIAL FAIRPLAY

Das Financial Fairplay in der 3. Liga orientiert sich zum einen daran, ob ein Verein ein positives wirtschaftliches Saisonergebnis erzielt hat, zum anderen, wie hoch seine finanzielle Planungsqualität war. Ein Klub, der in beiden Kategorien die Anforderungen erfüllt, partizipiert aus beiden Töpfen mit insgesamt bis zu 550.000 Euro.

Die größten Pfunde der 3. Liga sind die Vielzahl an Traditionsvereinen und die ausgeprägte sportliche Ausgeglichenheit. Die Klubs investieren aber nicht nur in Mannschaft und Trainer, sondern vor allem in die Weiterentwicklung der Strukturen. Das Ergebnis ist eine deutlich sichtbare Professionalisierung der Liga. Nur rund 40 Prozent der Gesamtaufwendungen fließen in das spielende Personal und den Trainerstab.

Mehr als die Hälfte der 20 Drittligisten verfügen über ein zertifiziertes Nachwuchsleistungszentrum. Von den Gesamtaufwendungen fließen rund acht Prozent in die Nachwuchsförderung. Prozentual liegt die 3. Liga damit sowohl vor der Bundesliga als auch vor der 2. Bundesliga.

Welches Sprungbrett die 3. Liga sein kann, zeigen die Werdegänge von späteren Nationalspielern wie Joshua Kimmich (damals RB Leipzig), Bernd Leno (VfB Stuttgart II) oder Karim Bellarabi (Eintracht Braunschweig). Dass die 3. Liga auch eine ideale Bühne für talentierte, ambitionierte Trainer bietet, haben unter anderem Florian Kohfeldt (damals Werder Bremen II), Sandro Schwarz (FSV Mainz 05 II) oder Ralph Hasenhüttl (VfR Aalen) gezeigt, die alle später den Weg in die Bundesliga fanden.

Die 3. Liga ist eine Profiliga, doch sie ist kein Hochglanz, kein High End. Regelmäßig geben Fans in Umfragen an, dass sie die 3. Liga mit „ehrlichem Fußball“ verbinden. In diesem Sinne ist auch der Markenauftritt der 3. Liga weiterentwickelt worden. Das Leitmotto lautet weiterhin „Zeigt’s uns“, weil es die Haltung der 3. Liga, in der jeder die Ärmel hochkrempeln muss, Widerstände zu überwinden hat und mehr tun will als andere, auf den Punkt bringt.