„QUASI ÜBER NACHT DEUTSCHLANDWEIT BEKANNT“

Am 28. Juni 2018 zog der niedersächsische Viertligist SV Drochtersen/Assel das ganz große Los: den FC Bayern München in der 1. Runde des DFB-Pokals. Was dieses Heimspiel in dem Amateurverein ausgelöst hat, erzählt Präsident Rigo Gooßen im Interview.


Herr Gooßen, was macht ein Heimspiel gegen den FC Bayern München in der 1. Runde des DFB-Pokals mit einem Amateurverein wie dem SV Drochtersen/Assel und seinen rund 11.500 Einwohnern – vorher und nachher?
Rigo Gooßen: Das Spiel hat unseren Verein nach der Auslosung – quasi über Nacht – zu einem deutschlandweit bekannten Verein gemacht. Wenn wir sagen, dass wir aus Drochtersen kommen, antworten die Leute noch heute: „Drochtersen? Das ist doch der Fußballklub, der im DFB-Pokal gegen die Bayern nur 1:0 verloren hat!“ Die Imagewerbung für unseren Verein und das Dorf war unfassbar groß.
 
Inwieweit hat der DFB Sie als Verein bei der Umsetzung des Spiels begleitet?  
Rigo Gooßen: Die Vorbereitung und Unterstützung durch den DFB war sehr gut. Auch wenn dir das am Anfang alles ein bisschen übertrieben vorkommt, hat die professionelle Begleitung seitens des DFB uns doch optimal auf das Spiel vorbereitet. Gemeinsam haben wir bei aufkommenden Problemen nach Lösungen gesucht.
 
Der Pokal steht für das Zusammenführen des Profi- und Amateurfußballs im Rahmen eines Wettbewerbs. Wie gelingt es aus Ihrer Sicht dem DFB, aus zwei Welten eine zu machen und Begegnungen auf Augenhöhe zu schaffen?
Rigo Gooßen: Das schaffen die Verantwortlichen beim DFB, indem sie klar vorschreiben, was beachtet werden muss, uns aber ansonsten als gastgebenden Verein im Rahmen des Regelwerkes Freiheiten gewähren. Die Amateurvereine werden respektiert. Das galt übrigens in besonderem Maße auch für den FC Bayern, der uns das Gefühl gegeben hat, einen Spieltag lang „Profi“ zu sein.