4.6 INTERNATIONALE FÜHRUNGSROLLE STÄRKEN

In der Frauen-Bundesliga ist der VfL Wolfsburg das Maß aller Dinge: 2019 holte der Klub den fünften Meistertitel (den dritten in Folge), gewann zum dritten Mal nacheinander das Double, hat in Ewa Pajor die aktuelle Torschützenkönigin sowie in Alexandra Popp die Spielerin mit den meisten Einsätzen in der Nationalmannschaft im Team.


Auch international mischen die zweifachen Champions-League-Siegerinnen aus Wolfsburg seit Jahren ganz vorne mit – wie andere deutsche Klubs auch. Deutschland ist mit neun Siegen bei vierzehn Finalteilnahmen erfolgreichste Nation in der seit 2001 ausgetragenen UEFA Women‘s Champions League. Der DFB ist zusätzlich der einzige Verband, der unterschiedliche Siegerklubs stellt.

Doch der Spitzenfußball der Frauen steht vor Herausforderungen. Der Trend sinkender Zuschauerzahlen bei Bundesliga-Spielen aus den Vorsaisons geht weiter. Top-Stars wechseln in die internationalen Ligen, weil die Vereine anderer europäischer Verbände stark investieren.

Die strategische Weiterentwicklung der Frauen-Bundesliga, der 2. Frauen-Bundesliga und der B-Juniorinnen-Bundesliga ist dem DFB deshalb ein wichtiges Anliegen.

FRAUEN- UND MÄDCHENFUSSBALL IM DFB

Die Förderung des Frauen- und Mädchenfußballs ist für den DFB von zentraler Bedeutung. Das signalisierte der Verband bereits im September 2011, als er die Direktion Frauen- und Mädchenfußball einrichtete. Im März 2016 übernahm Heike Ullrich das Amt der Direktorin. Zusammen mit Hannelore Ratzeburg, DFB-Vizepräsidentin für Frauen- und Mädchenfußball, koordinierte die Direktion sämtliche Bereiche des Frauen- und Mädchenfußballs auf DFB-Ebene.
Mit der Strukturreform des DFB zum 1. Januar 2018 verzahnte der Verband die Direktion mit dem Männerfußball. Seither wird nicht mehr nach Frauen- und Männerfußball getrennt, sondern nach Fachgebieten. So wurden aus sieben Direktionen vier.

SPIELBETRIEB UND WETTBEWERBE

Heike Ullrich steht nun der Direktion Verbände, Vereine und Ligen vor. In dieser werden unter anderem die Frauen-Bundesligen, die 3. Liga, der DFB-Pokal (Männer, Frauen, Junioren) sowie die Juniorinnen- und Junioren-Bundesligen organisiert. Zudem sind der Ausschuss für Frauen- und Mädchenfußball und die Kommission Frauen-Bundesligen dort angesiedelt. Auch die Kampagne #NichtOhneMeineMädels ist unter dem Dach der Direktion verortet. Die Frauen-Nationalmannschaft und alle weiblichen U-Nationalmannschaften werden derweil in der Direktion Nationalmannschaften und Akademie, der Oliver Bierhoff vorsteht, organisiert, um hier Synergien mit den männlichen (U-)Mannschaften zu erzielen und voneinander zu profitieren.

Innerhalb der Direktion Verbände, Vereine und Ligen ist die Abteilung Spielbetrieb Ligen und Wettbewerbe verantwortlich für die Organisation und Weiterentwicklung des Spielbetriebes. Dazu zählen neben den Ligen und Wettbewerben der Herren und Junioren sowie den o. g. Frauen- und Juniorinnen-Spielklassen auch der DFB-Pokal der Frauen.

STRATEGISCHE WEITERENTWICKLUNG DER BUNDESLIGA

2016 initiierte die Direktion einen Strategieprozess zur Weiterentwicklung der Frauen-Bundesliga – mit dem Ziel, die Führungsrolle der Liga im internationalen Vergleich zu stärken. Denn der Wettbewerb nimmt zu. Andere europäische Nationen schließen auf, Top-Spielerinnen wandern ab. Zudem haben es reine Frauenfußballvereine in Deutschland zunehmend schwerer, in der Liga mitzuhalten. Der Grund: Acht der zwölf Bundesliga-Teams gehören Lizenzvereinen der Männer an. Sie profitieren von besseren infrastrukturellen und finanziellen Bedingungen.

Mit der Mission „Wir wollen erfolgreich und jederzeit authentisch und emotional erlebbar sein“ verfolgt die Direktion nun folgende zentralen Strategieziele:
• die beste Liga der Welt mit den besten Spielerinnen, Talenten, Trainer*innen werden
• berufliche Perspektiven für Spielerinnen bieten
• starke Strukturen schaffen
• innovative und reichweitenstarke Medienpräsenz erreichen
• starke Partner gewinnen
• durch das Erschließen neuer Vermarktungspotenziale eine solide wirtschaftliche Basis schaffen
• Schiedsrichterinnen stärken und fördern
• mehr Frauen als Trainerinnen ausbilden
• Fanerlebnisse schaffen

STARKER UNTERBAU

Auch die Strukturen unterhalb der Frauen-Bundesliga optimierte der DFB im Berichtszeitraum. Die 2. Frauen-Bundesliga ist seit der Saison 2018/2019 eingleisig mit insgesamt 14 Teams. Sie entwickelt sich seither zur Liga der Talente und sorgt bei den Spielerinnen für eine bessere Durchlässigkeit in die Frauen-Bundesliga. Dem jüngeren Nachwuchs wird seit 2012 die Möglichkeit geboten, in der dreigleisigen B-Juniorinnen-Bundesliga (à zehn Teams) Erfahrungen auf nationalem Top-Niveau zu sammeln.