4.4 QUALIFIZIERUNG – AUCH ÜBER DEN FUSSBALL HINAUS

Viele unter ihnen gehören zum „Herzstück“ eines Fußballvereins oder -verbandes: die haupt- oder ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder, Vereinsmanager*innen, Jugend-leiter*innen, Kassierer*innen. Für sie gilt es, ideale Rahmenbedingungen – auch über den Fußball hinaus – zu schaffen und damit ein bundesweit flächendeckendes Fußballangebot zu sichern.


Gemeinsam mit den Lehr- und Bildungs-referent*innen sowie den Jugendbildungsbeauftragten der Landesverbände hat die DFB-Kommission Qualifizierung fußballpraktische und überfachliche Kurzschulungsmodule entwickelt. Mit dezentralen Angeboten können die Landesverbände in die Vereine kommen und vor Ort praxisnahe Inhalte vermitteln. Die Schulungen bieten Sofort- oder Starthilfe. Sie gehen damit auf wichtige Themen über die Inhalte der Trainer- oder Vereinsmanager-Ausbildung hinaus ein.

Die zusätzliche Qualifizierung wirkt positiv auf das Vereinsleben. Erlangtes Wissen kann auch darüber hinaus genutzt und an Menschen oder Einrichtungen außerhalb des Sports weitergegeben werden. Der DFB setzte im Berichtszeitraum insgesamt 743 Kurzschulungen um.

Schwerpunkte darin bilden: klassisches Vereinsmanagement, Gewinnung ehrenamtlicher Mitarbeiter*innen sowie von Kinder- und Jugendtrainer*innen, Einführung in das Steuerrecht, Kommunikation, Vermittlung von Führungskompetenzen und Werten sowie Integration.

Im Mittelpunkt der Kurzschulung „Kinder stark machen“ etwa steht die altersgemäße Arbeit mit Bambini bis D-Junior*innen zur sportlichen und persönlichen Entwicklung. Hierzu zählen Neuerungen in der Trainingsarbeit mit Kindern sowie eine praktische Anleitung der Teilnehmenden zur Förderung von Selbstvertrauen, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit im Vereinsalltag. Weiterhin wird das Thema Suchtprävention alltagsnah erarbeitet und aufgezeigt. Die Schulung wurde in Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) konzeptioniert. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche so zu fördern, dass sie Suchtmittel und Drogen selbstbewusst ablehnen bzw. zumindest nicht einem äußeren (Gruppen-)Zwang erliegen. Von 2016 bis 2019 wurden insgesamt 260 Kurzschulungen zu diesem Thema organisiert.

Die Kurzschulung „Bleib im Spiel“ enthält thematische Überschneidungen mit der Kurzschulung „Kinder stark machen“, stellt aber den Lebenswandel der Jugendlichen im Zeitraum zwischen 13-19 Jahren in den Mittelpunkt. Viele Jugendliche verlassen in dieser Zeit den Vereinsfußball (Drop-out-Thematik). Dieser Entwicklung soll durch verstärkte Identifikation mit dem Verein, aber auch mit dem verantwortungsvollen Umgang mit Suchtmitteln entgegengewirkt werden. Diese Ziele sollen vorrangig durch die Förderung sogenannter Lebenskompetenzen (bspw. Selbst- & Verantwortungsbewusstsein) erreicht werden. Im Berichtszeitraum gab es zu diesem Thema insgesamt 65 Termine.

Seit 2009 bieten die Landesverbände die vom DFB konzipierte Kurzschulung „Integration“ an. Im Zentrum der Schulung stehen die Vermittlung von Werten wie Anerkennung und Respekt sowie die Unterstützung bei der Persönlichkeitsentwicklung und bei angemessenen Trainingsformen für Kinder und Jugendliche – beispielsweise pädagogische Hinweise zum Umgang mit einer bestimmten Altersklasse. Insgesamt 70 Mal wurde die Kurzschulung im Berichtszeitraum durchgeführt.

Zur Stärkung der Vereine erarbeitet der DFB derzeit ein Rahmenkonzept für eine fußballspezifische Vereinsmanager C-Ausbildung. Sie wird von den Landesverbänden in Kooperation mit den zuständigen Landessportbünden und anderen Kooperationspartnern umgesetzt.


QUALIFIZIERUNG SR-LEHRWARTE DURCH DFB-AUSBILDERZERTIFIKAT

Das DFB-Ausbilderzertifikat ist ein Qualifizierungsangebot für Lehrkräfte, die hauptamtlich oder auf Honorarbasis auf allen Ebenen des organisierten Fußballs unterrichten. Der DFB möchte seine Regional- und Landesverbände im Zuge der Qualifizierungsoffensive durch diese Weiterbildung bei der Umsetzung ihrer Lehrarbeit unterstützen.

Ziel ist es, die vorhandene fußball- und überfachliche Kompetenz der Referent*innen mit einer methodischen, sozialen und medialen Lehrkompetenz zu verzahnen, um die Gestaltung und Qualität der Lernprozesse bei der Aus-, Fort- und Weiterbildung zu verbessern.