4.3 EINE VISION FÜR DAS EHRENAMT

Sie sind mehr als 1,7 Millionen und sie bilden das Fundament des Fußballs: Ohne die Engagierten in den deutschen Vereinen würde der Ligenbetrieb mit bis zu 60.000 Spielen pro Wochenende nicht funk­tionieren. Die Förderung des Ehrenamts ist Satzungsaufgabe und Herzensangelegenheit des DFB.


Auch deshalb hat der DFB die „Aktion Ehrenamt“ ins Leben gerufen, die 2017 ihr 20. Jubiläum feierte. 20 Jahre – doch für die Aktion kein Anlass, sich auf dem Geleisteten auszuruhen. Erneuerung ist gerade beim Ehrenamt Grundgebot. Kern der Aktion ist die flächendeckende Anerkennung ehrenamtlichen Engagements durch die Auszeichnung und Ehrung bundesweit besonders engagierter Menschen in den Amateurvereinen.

Der DFB versteht diese Förderung zugleich als zentralen Beitrag zur Entwicklung der Mitarbeiter*innen. In Zusammenarbeit mit den Landesverbänden werden Maßnahmen der Qualifizierung und Vereinsberatung umgesetzt. Und stetig modernisiert. Denn: Die Währungen der Gegenleistung haben sich verändert. Ehrenamt früher – das war eine dauerhafte emotionale Bindung, selbstlos. Und zumeist funktionierte alles durch ein „learning by doing“. Heute dagegen geht es oft um ein zeitlich befristetes, pragmatisch ausgewähltes Engagement. Diejenigen, die sich aus dem Milieu heraus über Jahrzehnte fest an einen Verein binden – weil schon der Großvater Mitglied war, weil man als Bergmann diesem Verein angehörte –, gibt es immer seltener.

Der DFB steht wie nahezu alle Sport-Fachverbände vor der Herausforderung, auch künftig ausreichend ehrenamtliche Vereins-mitarbeiter*innen zu gewinnen. Mittels Information, Beratung und Qualifizierung versucht der DFB, die Entwicklung zu begünstigen. Besonderes Anliegen ist die Förderung junger Ehrenamtlicher und deren langfristige Bindung. So fokussiert sich die 2017 entwickelte „Vision 2024“ der „Aktion Ehrenamt“ auf die Wertschätzung ehrenamtlichen Engagements und die Anerkennung in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.

STRATEGISCHE ZIELE DER VISION 2024

1. Die Vereine werden so gut geführt, dass dadurch das Interesse am Ehrenamt gestärkt wird.

2. Die Verbände schaffen hierzu passende Bildungs- und Beratungsangebote.

In mittlerweile 22 Jahren „Aktion Ehrenamt“ erhielten deutschlandweit rund 6.000 ehrenamtliche Vereinsmitglieder eine Auszeichnung. Etwa 60.000 Ehrenamtsurkunden und 40.000 DFB-Ehrenamtsuhren wurden als Auszeichnung ausgegeben. Hinzu kommen die Ehrungen vieler Landesverbände, Bezirke und Kreise. Vornehmlich spricht die „Aktion Ehrenamt“ die Schlüsselfunktionsträger*innen der Vereine an: Vorsitzende, Abteilungsleitende, Schatzmeister*innen und Jugendleiter*innen sowie alle, die Mannschaften trainieren. Werden diese Führungskräfte gestärkt, festigt dies zugleich die Vereine.

ALLE MASSNAHMEN, PROGRAMME UND AKTIONEN UNTER DEM DACH DER „AKTION EHRENAMT“ LASSEN SICH IN VIER SÄULEN UNTERTEILEN: MASSNAHMEN ZUR „MITARBEITERENTWICKLUNG IM FUSSBALLVEREIN“ INNERHALB DER „VIERERKETTE DER MITARBEITERENTWICKLUNG“

GEWINNEN neuer Ehrenamtlicher und freiwillig Engagierter, unter anderem durch die Online-Vereinsberatung „Mein Fußball“ auf dfb.de
QUALIFIZIEREN durch spezielle überfachliche Kurzschulungen von Mitarbeitenden und Trainer*innen sowie die Online-Seminarreihe „Führung im Ehrenamt“
BINDEN durch eine ausgeprägte Anerkennungskultur
VERABSCHIEDEN als rituelle Aner­kennung

GEZIELTE KOMMUNIKATIONSMASSNAHMEN

Der DFB informiert vor allem über die eigenen Publikationen – das Quartalsmagazin „DFB-Journal“ erhält jeder Fußballverein in Deutschland, das „DFB-aktuell“ ist das Stadionmagazin bei den Heimspielen der Männer-Nationalmannschaft – oder auch in den sozialen Netzwerken. Zudem rückt die jährliche Aktion „Danke ans Ehrenamt“ in Kooperation mit der DFL die Anerkennung ehrenamtlichen Engagements in den Mittelpunkt: Allen Klubs der Top-Ligen wird die Möglichkeit geboten, auf der großen Bühne eines Heimspiels „Danke“ zu sagen. Der DFB stellt hierfür Banner sowie Texte für Stadiondurchsagen und Stadionmagazine zur Verfügung.

ZUKUNFTSTHEMEN DER EHRENAMTSFÖRDERUNG

Die Kommission Ehrenamt des DFB sowie die zuständigen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Landesverbände arbeiten regelmäßig in gemeinsamen Workshops daran, die bestehenden Programme und Aktionen weiterzuentwickeln und neue Maßnahmen aufzubauen. Dabei holen sie sich auch externes Know-how zu Hilfe. Aktuell diskutierte Fragen sind beispielsweise: Wie können mehr Mädchen, Frauen, Menschen mit einer Zuwanderungsgeschichte und junge Menschen für ein Ehrenamt gewonnen werden? Hierzu werden konkrete Konzepte erarbeitet.

Um vor allem die Arbeit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 18 und 30 Jahren anzuerkennen, hat der DFB die Aktion „Fußballhelden – Aktion junges Ehrenamt“ ins Leben gerufen. Seit 2016 hat der DFB dabei bundesweit mehr als 1.000 junge Menschen als „Fußballhelden“ ausgezeichnet. Die Gewinner*innen dieses Förderpreises im Rahmen der „Aktion Ehrenamt“ erhalten eine Einladung des DFB zu einer fünftägigen Fußball-Bildungsreise nach Spanien.

Seinen „klassischen“ Ehrenamtspreis verleiht der DFB in Zusammenarbeit mit seinen Landesverbänden bereits seit 1997. Jeder Verein kann engagierte Mitarbeiter*innen für die Auszeichnung vorschlagen, die Kreise und Bezirke wählen schließlich die Kreissieger*innen aus. Die Preisträger*innen werden zu Dankeschön-Wochenenden eingeladen. Alle weiteren Infos zum klassischen Ehrenamtspreis finden Sie hier.