4.2 ZUSAMMEN STÄRKER: VEREIN UND SCHULE

Der Fußball zählt für Jugendliche und Kinder immer noch zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen in Deutschland – und muss sich doch den gleichen Herausforderungen stellen wie alle anderen Sportarten: Der demografische Wandel, eine wachsende Konkurrenz von Freizeitangeboten und verlängerte Schultage bis in den Nachmittag hinein sorgen für einen Rückgang der Spieler*innen sowie der Mannschaften im Jugend- und Kinderfußball.


Der DFB begegnet dieser komplexen Herausforderung mit eigenen Strategien in den Bereichen Jugend und Schule. Die übergeordneten Ziele sind:
• die Stabilisierung der Spieler*innen-Zahlen im Jugendfußball
• eine Optimierung des Übergangs in den Seniorenbereich
• die Ermittlung von Drop-out-/Drop-in-Gründen und das Ergreifen daraus folgender Maßnahmen
• die breitensportliche Basisförderung, um einen großen Grundstock für die Spitze zu legen
• die Zuführung von Kindern zum organisierten Fußball als Spieler*innen oder Trainer*innen über die Schule


MASSNAHMEN ZUR FÖRDERUNG DES JUGENDFUSSBALLS IN DER BREITE UND SPITZE

Um weiterhin flächendeckend Ligawettbewerbe für alle Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen, haben der DFB und seine Landesverbände den Spielbetrieb durch die Einführung neuer Spielformen, zum Beispiel in den Fair Play-Ligen im Kinderfußball, flexibilisiert. Als Teil des DFB-Masterplans setzen die Landesverbände Führungsspielertreffs ein und verstärken damit den Dialog mit jungen Spieler*innen. Die Aufwandsentschädigungen, die Bundesligisten an die Ausbildungsvereine der Jugendspieler zahlen, sind gestiegen und helfen den Amateurvereinen. Die besten Jugendspieler*innen werden jährlich mit der Fritz-Walter-Medaille ausgezeichnet. Auch dabei belohnt der DFB die gute Arbeit der Ausbildungsvereine mit einem Preisgeld, während die Spieler*innen längst in den vom DFB organisierten Junioren- oder Juniorinnen-Bundesligen gefördert werden.

Unter dem Dach der DFB-Kommission Schule sowie unter Mithilfe der 21 Landesverbände wurden in den vergangenen drei Jahren unter anderem diese Meilensteine in den Bereichen Qualifizierung, Kooperation Schule & Verein sowie Wettbewerb erreicht:
• mehr als 50.000 Teilnehmende in den Qualifizierungsmaßnahmen für Lehrkräfte und Erzieher*innen
• Unterstützung von jährlich rund 1.000 Kooperationen zwischen Vereinen und Schulen im Rahmen von „Gemeinsam am Ball“
• jährliche Veranstaltung des DFB-Schul-Cups mit den 32 Landessiegern (Mädchen und Jungen) von JUGEND TRAINIERT FÜR OLYMPIA in der Wettkampfklasse IV (insgesamt nehmen an den Vorentscheiden in allen 16 Bundesländern rund 4.500 Schulmannschaften teil)
• Etablierung des Qualifizierungsprogramms DFB-Junior-Coach mit rund 18.500 ausgebildeten Junior-Coaches an mehr als 300 Schulen (seit 2013)

Für Vereine und Schulen ergibt sich mit der Heranführung der Kinder und Jugendlichen an den Fußball über die vielfältigen Maßnahmen eine Win-win-Situation.

SCHÜLER*INNEN IN BEWEGUNG

Fußball, Sport und Aktion anstelle von Mathe, Deutsch und Kunst: Das ist das Motto der „Sepp-Herberger-Tage“. Ein solcher Tag wird gemeinschaftlich von einer Grundschule und einem Fußballverein organisiert. Mit Beginn des Schuljahres 2018/2019 richtete die DFB-Stiftung Sepp Herberger zusammen mit dem DFB-Team für Schulfußball die Aktionstage neu aus. Ziel ist es, noch stärker neue Partnerschaften zu entwickeln oder bestehende zu festigen sowie Grundschüler*innen in Bewegung zu bringen. Schirmherr ist der 48-­malige Nationalspieler Jens Nowotny.


FUSSBALL-FERIEN-FREIZEITEN ALS DANKESCHÖN

Bereits zum 26. Mal veranstaltete die DFB-Stiftung Egidius Braun in 2019 als Dankeschön und zur Auszeichnung für Amateurvereine die Fußball-Ferien-Freizeiten. Die Freizeiten sind zuerst einmal ein riesiger Spaß, dienen aber auch dem Teambuilding, rücken Themen wie das junge Ehrenamt, Inklusion, Kultur und Ernährung in den Fokus. Damit haben sie einen positiven Einfluss auf die Entwicklung Jugendlicher. Die Teilnahme an den Fußball-Ferien-Freizeiten ist kostenfrei, inklusive An- und Abreise. 80 Klubs mit über 1.000 Teilnehmenden sind alljährlich mit dabei.

FÜR „KINDERTRÄUME“

Mit der Initiative „Kinderträume“ unterstützt die DFB-Stiftung Egidius Braun zusammen mit der A-Nationalmannschaft der Männer verschiedene Programme und Organisationen im In- und Ausland. Über allem steht das Motto: „Anderen beim Helfen helfen“. Die Aktion richtet sich an gemeinnützige Projekte und Initiativen, die sich nachhaltig um das Wohl von Kindern und Jugendlichen kümmern. Bisher wurden mehr als 300 Projekte gefördert, u. a.:
• pädagogische Freizeitprogramme
• Rollstuhl-Fußballturniere

Aber auch die Anschaffung von Prothesen oder Rollstühlen wird im Einzelfall subventioniert. Im Rahmen einer Patenschaft unterstützt die DFB-Stiftung Egidius Braun seit 2018 das Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) in Heidelberg. Der deutsche Nationalspieler und Bundesliga-Profi Jonathan Tah ist Botschafter für die Stiftung und die Klinik.