4.1 DAS FUNDAMENT DES FUSSBALLS

Fußball ist Deutschlands Sportart Nummer eins: populär für Spieler*innen, attraktiv für Fans und Sponsoren, präsent in den Medien, Gesprächsthema über alle Gesellschaftsschichten und Altersgruppen hinweg.


7.131.936 Mitglieder zählte der Deutsche Fußball-Bund 2019 – und damit rund 41.829 mehr als noch im Jahr 2018. Doch nur rund 40 % der registrierten Fußballer*innen waren in der Saison 2018/2019 aktiv am Ball. Eine Quote, die zur Folge hatte, dass – entgegen der positiven Mitgliederentwicklung – die Zahl der Vereine und der gemeldeten Mannschaften abgenommen hat.


Der DFB als weltgrößter Sportfachverband schafft die Rahmenbedingungen für den Fußball in Deutschland: mit seiner Spielidee, einer flächendeckenden und demokratischen Organisationsstruktur, dem gemeinwohlorientierten Grundverständnis, seinen gesellschaftlichen Werten. So ermöglicht er Millionen Menschen den Zugang zum Fußball.

Die Stärke des deutschen Fußballs, sein Fundament, ist der Amateurfußball. Gemeinnützige Vereine an der Basis sind ein Wert an sich: Sie bieten Identität, Zugehörigkeit, Gemeinschaft, Teilhabe mit Einfluss auf das Vereinsleben sowie bezahlbare, praxisnahe, zeitgemäße, zielgruppen- und bedarfsgerechte Angebote.

Mehr als 1,7 Millionen Menschen sorgen mit ihrem Einsatz Woche für Woche dafür, dass der Ball auf den 38.082 Sportplätzen im Land rollt. Rund 400.000 Ehrenamtliche, darunter ein Fünftel Frauen, übernehmen bei ihren Vereinen eine offizielle Funktion. 72,5 % der reinen Fußballvereine weisen eine ausgeglichene oder positive Einnahmen- und Ausgabenrechnung vor.

Ziel des DFB ist es, im Dialog mit den Landesverbänden und mit aktiver Unterstützung der Vereine und ihrer Mitarbeiter*innen die richtigen Antworten auf die Herausforderungen zu finden und somit den Fußball zu schützen, zu erhalten, vielfältig zu gestalten und zukunftssicher aufzustellen. Schon in der Präambel der Satzung ist die Förderung des Amateur- und Breitenfußballs als zentral für den DFB beschrieben.

Bereits im Jahr 2012 hatte der DFB in einem bundesweiten Amateurfußball-Kongress mit Teilnehmer*innen aus allen Ebenen des organisierten Fußballs und auf der Basis einer aktuellen Bestandsaufnahme die Veränderungen und die damit einhergehenden Herausforderungen analysiert und gemeinsame Handlungsempfehlungen vereinbart. Anhand dieser Empfehlungen wurde anschließend die Zukunftsstrategie Amateurfußball erarbeitet.

Umsetzungsinstrument hierfür ist der Masterplan – ein gemeinsames Führungs- und Steuerungsinstrument für die Zusammenarbeit zwischen DFB und LV/Kreisen zur Unterstützung der Vereine. Die Steuerungsgruppe „Zukunftsstrategie Amateurfußball“ (STG) verantwortet den Gesamtprozess.

Ergebnisse des ersten Masterplans (2013-2016) waren unter anderem eine verbesserte Dialogkultur, die Einführung des bundesweiten Fair-Play-Konzeptes inklusive Fair Play-Liga, die Ausweitung von Vereinsservices wie Kurzschulungen, das DFB-Mobil, verschiedene Onlinetools für den Spielbetrieb, die Amateurfußball-Kampagne „Unsere Amateure. Echte Profis.“ und das Projekt DFB-Junior-Coach.

Im Masterplan 2017-2019 wurden diese Maßnahmen fortgesetzt – mit gezielten Erweiterungen:
• Kommunikation: Intensivierung des Dialogs mit der Vereinsebene und der internen Kommunikation (z. B. mit der Kreisebene)
• Spielbetrieb: insbesondere die forcierte Weiterentwicklung der Spielbetriebsangebote und Qualifizierung von Mitarbeitenden der Kreise und Bezirke
• Vereinsservice: insbesondere die Umsetzung bedarfsgerechter Angebote zur Information, Qualifizierung und ggf. Beratung von Mitarbeiter*innen im Verein
• Erhöhung der finanziellen Unterstützung der LV, auch unter Beteiligung der DFL

Im Rahmen des 3. Amateurfußball-Kongresses im Februar 2019 in Kassel diskutierten Vertreter*innen aller Organisationsebenen des deutschen Amateurfußballs (DFB, Regional- und Landesverbände, Fußballkreise und Amateurvereine) über die Ergebnisse des Masterplans sowie über die Frage, wie der Vereinsfußball im Amateurbereich künftig aufgestellt sein muss, um zukunftsfähig zu sein und die Effekte der EURO 2024 in Deutschland mit Unterstützung der Verbände bestmöglich nutzen zu können. 284 Vertreter*innen nahmen am Kongress teil, hinzu kamen 171 Teilnehmer*innen aus den begleitenden Satellitenkongressen, die zeitgleich in sieben Landesverbänden stattfanden.

Gegliedert war der Kongress in fünf Kernthemen
• Vereinsfußball 2024
• Rahmenbedingungen des Vereinsfußballs
• Verband 2024
• Bildung/Qualifizierung 2024
• Digitalisierung

Die Steuerungsgruppe „Zukunftsstrategie Amateurfußball“ unter der Leitung von Peter Frymuth initiierte im Nachgang einen transparenten und intensiven Diskussions- und Abstimmungsprozess mit den beteiligten Ebenen zur Umsetzung der Handlungsempfehlungen. Dabei wurden zunächst die Ziele und Grundsätze für den Masterplan 2024 zur Zukunftsstrategie Amateurfußball abgestimmt. Diese sollen beim DFB-Bundestag am 26./27. September 2019 bestätigt werden. Zum Jahresende 2019 soll der Masterplan 2024 im Detail ausgearbeitet vorliegen und dann vom DFB-Vorstand beschlossen werden.